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Transport
Fahrrad mit Kofferraum |
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Wer seine Mobilität völlig aufs Rad verlegen will, stellt bald ernüchtert fest: das Ding hat keinen Kofferraum! Trotzdem: Der nötige Transport der sprichwörtlichen Bierkiste oder des Wochenendeinkaufs allein ist längst kein Argument mehr für das Auto.
Es gibt drei prinzipielle Optionen, wenn der Drahtesel als Transportmittel genutzt werden soll: Gepäckträger mit Packtaschen oder Körben am Fahrrad, ein Fahrradanhänger als Erweiterung der Transportkapazität eines vorhandenen konventionellen Fahrrades oder das Lastenrad – ein speziell für den Lastentransport konzipiertes Rad.
Gepäckträger
Auch normale Fahrräder lassen sich zu Lasteseln machen. Wenn der Rahmen und die Laufräder ausreichend robust sind, kann man ihnen durchaus einen halben Zentner Zuladung aufbürden - eine adäquate Bremsanlage und Schaltung vorausgesetzt. Wichtig sind sehr steife Gepäckträger - Stahlrohr oder Aluminium, mehrfach verstrebt - die keine seitlichen Schwingungen zulassen und Taschen oder Körbe sicher gegen die Räder hin abstützen.
Neben den verbreiteten hinteren Gepäckträgern gibt es auch solche für die Montage an der Gabel. Hier beinflusst die Last aber direkt das Lenkverhalten. Günstig sind Lowrider-Gepäckträger, die an den beiden Gabelbeinen in Achshöhe montiert werden. Damit wandert der Schwerpunkt der Frontlast nach unten und in die Nähe der Lenkachse, wo sie weniger störend in Erscheinung tritt. Die Lowrider-Befestigung ist eine gute Alternative, wenn der hintere Gepäckträger z.B. durch einen Kindersitz belegt ist.
Abgesehen von kleinen Lenkerkörben mit Schnellverschluß – allerdings nur für geringe Lasten geeignet – sind Körbe häufig fix montiert. Sie können bequem direkt beladen werden – etwa am Markt – oder nehmen rasch normale Taschen auf. Die grössere Breite des Fahrrades mit montierten Korb kann ein Problem in engen Abstellanlagen sein, wenn man sich nicht für klappbare Seitenkörbe entscheidet.
Für Einkaufszwecke eignen sich am besten einfache, sackartige Seitenpacktaschen ohne die vielen Unterteilungen, die gute Radreise-Packtaschen ausmachen. Sie sollten aus robusten, wasserdichten Geweben bestehen und einfach zu bedienende, aber sicher verriegelnde Aufhängehaken haben. Eine Kompressionsmöglichkeit ist vorteilhaft, damit die Taschen auch im halbleeren Zustand starr am Rad hängen.
Fahrradanhänger
Bevor man sein Rad mit einem Anhängsel belastet, sollten einige Sicherheitsaspekte beachtet werden. Die Bremsanlage des Zugfahrrades mußauch das zusätzliche Gewicht verkraften, das jetzt von hinten schiebt. Primitiv-Bremsen, wie z.B. die auf den Vorderreifen wirkenden Gestängebremsen bei alten Waffenrädern, scheiden von vornherein aus. Als grobe Faustformel für sicher beherrschbares Fahrverhalten sollte der Anhänger samt Zuladung nicht schwerer sein, als das Fahrrad samt Radler. Dann drückt auch die fahrdynamisch ungünstigere, obenliegende Deichsel das Hinterrad beim Bremsen nicht aus der Spur.
Ausreichend kleine Übersetzungen am Fahrrad erleichtern natürlich das Anfahren und machen Steigungen erst erträglich. Das Rücklicht muß mindestens in Gepäckträgerhöhe angebracht werden, weil es sonst vom Anhänger verdeckt wird. In diesem Fall fordert die StVO ein eigenes Rücklicht am Anhänger. Die praktikabelste Lösung ist ein aufsteckbares Batterierücklicht.
Die verschiedenen Kupplungssysteme erfüllen ihre Funktion durchwegs zuverlässig. In Einzelfällen, vor allem bei außergewöhnlichen Rahmenformen oder sehr kleinen Fahrradrahmen, kann es Probleme mit der Montage am Fahrrad geben. Ausprobieren vor dem Kauf ist empfehlenswert. Die Lage der Kupplung am Fahrrad beeinflusst die Deichselform. Obenliegende Deichseln, meist im Bereich der Sattelstütze oder auf eigenen Auslegern am Hinterbau angekuppelt, ermöglichen ein leichtes Führen des Anhängers als Handwagen. Sie kommen aber häufig mit Hinterradgepäckträgern ins Gehege. Seitendeichseln, die am linken Hinterbau des Fahrrads in Achshöhe montiert werden, sind mühsamer in der Handhabung, aber sicherer im Fahrbetrieb. Bei Seitendeichseln ist der Schwenkbereich des Fahrrads nach rechts auf etwa 45° reduziert. das fällt aber im normalen Fahrbetrieb nicht ins Gewicht und stört höchstens beim Rangieren mit angekuppeltem Anhänger.
Ein Manko der Fahrradanhänger ist ihre Breite, die im dichten Stadtverkehr die gewohnte Beweglichkeit doch stark einschränken kann. Wer mit einem Fahrradanhänger im (Auto-)Stau steckenbleibt, den wird auch ein ausgeprägtes Ökobewußtsein nicht trösten. Generell muß das Gespannfahren in Ruhe geübt werden, um den erhöhten Platzbedarf und das Kurvenfahren – Stichwort Kippgefahr – kennenzulernen.
Kleine Einkaufsanhänger haben meiste eine Zuladung unter 50 kg. der Stauraum ist limitiert, und man sollte recht genau wissen, was man Transportieren will – die klassische Bierkiste zum Beispiel passt nicht überall gleich gut hinein. Anhänger mit verschließbaren Boxen sind wetterfest und können auch einmal ohne Sorge um den Inhalt abgestellt werden. Wichtig ist hier die Verwendbarkeit als Handwagerl, das optimalerweise auch ins Geschäft oder im Aufzug mitgenommen werden kann. Klapp- oder zerlegbare Konstruktionen erleichtern die Unterbringung in den eigenen vier Wänden.
Tourenanhänger dienen zum Transport sperriger Ausrüstungsteile oder grösserer Gepäcksmengen über längere Distanzen. Das Zugfahrrad bleibt dabei agil und wendig und kann sogar im Wiegetritt gefahren werden – günstig für sportliche Radreisende. Ideal ist dabei der schmale Einradanhänger mit kardanischer Kupplung, der völlig spurtreu und kippsicher geführt wird. Leichtlaufende Hochdruckreifen, geringes Eigengewicht und Zerlegbarkeit für die gelegentliche Mitnahme in anderen Verkehrsmitteln sind wesentliche Merkmale eines guten Tourenanhängers.
Große Lastenanhänger mit Ladekapazitäten über 50 kg – die robustesten vertragen bis 200 kg – sind eher für den gewerblichen Bereich gedacht. Auf solchen Fahrradpritschen können erstaunlich umfangreiche und sperrige Lasten befördert werden – auf öffentlichen Verkehrsflächen gelten Limits von 60 kg Ladegewicht für ungebremste Anhänger und 100 kg für durchgehend- oder auflaufgebremste, die allerdings nicht serienmäßig produziert werden.
Lastenräder
Für Sperrgut kommt man nicht um die reinrassigen Lastenräder mit ihren großen, bequem zugänglichen Stauräumen oder Ladeflächen herum. Je nach Einsatzzweck und -ort hat man dabei die prinzipielle Auswahl zwischen Zweirädern und Dreirädern.
Die Dreiräder verfügen über die grössten Ladeflächen und Transportieren Zuladungen bis 150 kg, wobei die StVO jetzt bei 250 kg die Grenze zieht. Fahrsicherheit und Komfort beim Beladen sind sehr gut. Ihre Nachteile liegen im hohen Eigengewicht, dem größeren Rollwiderstand und dem erheblichen Platzbedarf. Lastendreiräder mit zwei Vorderrädern und dazwischen liegender Ladefläche haben den Vorteil, daß sie einen gewöhnlichen Fahrradantrieb verwenden können. Ihre Gegenstücke mit zwei Hinterrädern, die Rickschas, brauchen entweder ein aufwendiges Differential, oder sie sind bei nur einem angetriebenen Hinterrad schwieriger zu Manövrieren.
Unter den Lasten-Zweirädern stellt das „Bäckerrad” den verbreitetsten Typ dar. mit einem tiefen, rahmenfesten Gepäckträger vorn verfügt es über viel Platz für 50 kg Zuladung. Es ist traditionellerweise mit einem stabilen Vorderradständer ausgestattet und kommt mit dem Gepräge des Waffenrades daher – schwer, schwarz und solide.
Der „Long John” ist ein einzigartiges Lastenradkonzept aus Dänemark. Eine sehr tiefe Ladefläche vor dem Fahrer nimmt bis zu 100 kg Last auf. dabei bringt der niedrige Schwerpunkt eine ausgezeichnete Fahrstabilität. Mit fast 2 m Radstand ist der „Long John” zwar nicht sehr wendig, aber immerhin schmal genug, um unbehelligt von verstopften Straßen und engen Durchfahrten rasch ans Ziel zu kommen.
Als hochspezialisierte Fahrzeuggattung mit sehr schmalem Marktsegment führen Lastenräder eher ein Schattendasein im Fahrradhandel – wir stehen auf Anfrage aber gern für die Lösung Ihrer speziellen Transportaufgabe zur Verfügung.
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